medien frei boxen: Leitbild #Friedensjournalismus

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Kann man in unserer Gesellschaft ein Leitbild #Friedensjournalismus etablieren? Eine der Wahrheit verpflichtete und deeskalierende Berichterstattung? Zu dieser Tagung habe ich mich sofort angemeldet: Beim #IALANA-Medienkongress in Kassel diskutieren namhafte Medienmacher über Krieg und Frieden in den Medien. Dazu eine Anregung.

Beim Medienkongress Ende Januar in Kassel diskutieren hochkarätige Medienmacher, Medienkritiker und Wissenschaftler über Themen wie Medienkonzentration, die Darstellung von Krieg in den Medien, Propaganda und Gegenöffentlichkeit. Dabei sind u.a. die Kabarettisten Max Uthoff und Claus von Wagner („Die Anstalt“, ZDF),  Albrecht Müller und Jens Berger (NachDenkSeiten), Jens Wernicke (Rubikon), Harald Schumann (Tagesspiegel), Dr. Daniele Ganser („Illegale Kriege“), Volker Bräutigam („Die Macht um acht“) und David Schraven (correctiv). Dazu bekannte Wissenschaftler wie Dr. Uwe Krüger oder Prof. Dr. Ulrich Teusch. Kurz: Ein Festival der Engagierten.

Einen Gedanken möchte ich dazu selbst einbringen.

Um ein Leitbild wie Friedensjournalismus zu etablieren, muss man meiner Meinung nach zuallererst die Voraussetzungen in der Gesellschaft dafür schaffen. D. h.: Es muss die Gesellschaft erst einmal interessieren, was für Probleme in der Medienbranche vorherrschen.

Meine These lautet:

Nahezu alle Probleme auf dem Medienmarkt lassen sich auf die Marktmacht von Medienkonzernen zurückführen. Wer #Friedensjournalismus und unabhängigen Journalismus stärken will, muss darum im ersten Schritt eine breite gesellschaftliche Debatte über Medienkonzerne generell erzeugen. Diese Debatte lässt sich durch ein Bündnis anstoßen. Ein Bündnis kann konzertierte Umfragen, Kampagnen und Medienbeiträge erzeugen.

Die Vorgehensweise sollte zweistufig verlaufen:

  1. Eine allgemeine gesellschaftliche Debatte über Medienkonzerne anstoßen
  2. Konkrete Einzelforderungen erheben

Anfangs gilt es, ganz allgemeine Fragen zu stellen wie:

  • Haben Medienkonzerne zu viel Macht?
  • Wer hat Überblick über Medienbesitzverhältnisse?
  • Soll der Staat Medienkonzerne regulieren – oder reicht freiwillige Selbstkontrolle?
  • Haben unabhängige Medien faire Wettbewerbs-Chancen?
  • Sollten Medienkonzerne vererbbar sein?
  • Sind Medien ein Wirtschaftsprodukt wie jedes andere?
  • Braucht politisches Content Marketing staatliche Kontrolle?
  • Ist Pressefreiheit nur für Verleger noch zeitgemäß?

Mit derlei Fragen schafft man die Voraussetzungen dafür, dass der Sinn einer Kritik an Medienkonzernen überhaupt gesellschaftlich erkannt wird.

Ein wesentliches, bisher kaum genutztes Instrument zur Steuerung der öffentlichen Meinung sind Umfragen. Repräsentative Umfragen sind teuer und werden massiv von Konzernen und ihren Denkfabriken und Stiftungen eingesetzt. Bisher können sich sozialpolitische Akteure und unabhängige Medien Umfragen kaum leisten.

Im Bündnis lassen sich Umfragen finanzieren, politische Schwerpunkte setzen und auch das so wichtige „Framing“ absprechen, also Wortwahl und Sprachbilder.

Durch orchestrierte Umfragen, Kampagnen, Medienbeiträge und Framing können viele Problematiken in andere, bereits existierende Debatten eingebettet werden. Z. B.:

  • Außenpolitik, Friedenspolitik und Flüchtlingspolitik: Hier ist der Ansatz zum Leitbild #Friedensjournalismus
  • Umverteilung, Steuergerechtigkeit, Vermögenssteuer, Erbschaftssteuer und Finanztransaktionssteuer
  • Kartellrecht, Chancengleichheit, Wettbewerbsfreiheit, freie Marktwirtschaft
  • Transparenz und Lobbyismus

Denn meist sind bei diesen Themen dieselben Player federführend. Neben den öffentlich-rechtlichen Sendern sind es die großen Medienkonzerne, die uns, der Gesellschaft, vermitteln, wie über diese Themen gedacht werden soll. Und sie engagieren sich massiv auf diesen Gebieten.

Es sollten unabhängige NGOs ins Bündnis geholt werden, die derlei Themen erfolgreich bearbeiten.

Weitere Ideen für Bündnisaktionen sind:

  • Gemeinsame Pressemitteilungen
  • Gemeinsame Adressverteiler
  • Gemeinsame Diskussionsformate
  • Gemeinsame Kampagnen, z. B.: Für Zeitungen und Zeitschriften eine bessere Auslage am Point of Sale fordern. Eine eigene Auslage in Form einer Box (!) für freie Presse: „Verlage frei boxen“. Oder: „Box Kampf für Fairlage“. Nötig wär’s. Denn bislang gehen über 99 % aller am Kiosk verkauften Tageszeitungen auf das Konto von nur fünf Verlagsgruppen.

Nutzen wir das Misstrauen in die Medien als „Crisitunity“, um unabhängige Medien aus der Vorherrschaft der Konzerne am Markt freizuboxen.

Wie gefällt Euch diese Idee? Welche Anregungen und Ideen fallen Euch ein?

Schreibt mir unter dem Stichwort „medienfreiboxen“ an: usumfleth@sintfluth.de

Link-Tipp: http://www.friedensjournalismus.de

Ulrike Sumfleth,
Sintfluth Campaigning
Mi, 04.12.2019, 13:11 Uhr